Christophorus

Namenstage: Christoph, Christopher

Funktion: Heiliger, Märtyrer, »Brückenheiliger«

Gedenktag: 24. Juli

orthodoxe Ostkirchen 9. Mai

Patronat: einer der Vierzehn Nothelfer; des Verkehrs, der Schiffer, Flößer, Fährleute, Brückenbauer, Seeleute, Pilger, Reisenden, Fuhrleute, Radfahrer, Kraftfahrer, Chauffeure, Luftschiffer, Lastenträger, Bergleute, Zimmerleute, Hutmacher, Färber, Buchbinder, Schatzgräber, Obsthändler, Gärtner, Athleten; von Furten, Straßen, Brücken (Brückenheiliger) und Festungsbauten; der Kinder, Schwangeren und Ärzte; gegen Augenkrankheiten, Zahnschmerzen, Wunden, Pest und andere Seuchen, plötzlichen Tod, Feuer- und Wassergefahren, Hungersnot, Dürre, Unwetter, Hagel und sonstige Widrigkeiten; für eine gute Apfelernte

So beliebt und volkstümlich Christophorus auch ist, so wenig Sicheres weiß man über ihn. Zum ersten Mal taucht sein Name 452 auf, als ihm in Chalkedon, einem Zentrum des frühen Christentums (heute Kadiköy in der Nordwesttürkei am Schwarzen Meer), eine Kirche geweiht wurde. Im Übrigen ist man auf verschiedene Legenden angewiesen: Christophorus soll ein hundsköpfiges Ungeheuer gewesen sein, eine Beschreibung, die vermutlich auf einen Lesefehler in einer Handschrift zurückgeht. Aus »cana(a)neo« (aus Kanaan) wurde »canineo« (hundeartig). Erst durch die Taufe habe er sprechen gelernt und den Namen Reprobus angenommen. Durch ein Zeichen Gottes habe sein eiserner Stab plötzlich grüne Blätter ausgetrieben, wodurch sich Tausende vonMenschen bekehren und taufen ließen. Der König habe ihn daraufhin als Märtyrer in Samo (Lykien) hinrichten lassen. Eine andere Version besagt, Christophorus sei im Krieg gefangen genommen worden und habe auf wundersame Weise die Gabe erhalten, griechisch zu reden, was er vorher nicht gekonnt habe. Er begann sofort das Evangelium zu verkünden. Soldaten sollten ihn gefangen nehmen, da geschah ein weiteres Wunder und sein Stecken begann vor ihren Augen zu grünen. Sie bekehrten sich und wurden mit ihm in Antiochia vom Heiligen Babylus (237–51) getauft. Hier erhielt er den Namen Christophorus. Unter Kaiser Decius zog er lehrend und predigend durchs Land. Im Zuge der Christenverfolgungen wurde er mit Pfeilen beschossen und schließlich enthauptet.
Im Westen ging man von einem Riesen namens »Offerus« aus. Dieser habe den größten aller Könige gesucht, um ihm zu dienen. Ein König, den Offerus bislang für den mächtigsten gehalten hatte, bekreuzigte sich aber, wann immer der Name des Teufels fiel. Offerus diente daraufhin dem Teufel, bis dieser eines Tages einem Kreuz auswich. Christus musste also der größte der Könige sein. Ihn zu finden wollte Offerus aber nicht gelingen. Ein Einsiedler empfahl ihm gute Werke zu tun und hieß ihn, Menschen über einen reißenden Strom zu tragen, für einen Riesen eine leichte Aufgabe. Als er eines Tages ein Kind auf den Schultern hatte, wurde ihm mitten im Fluss die Last so schwer, dass er ins Wasser eintauchte. Das Kind gab sich als Christus, der wahre Herrscher der Welt, zu erkennen und taufte ihn an Ort und Stelle auf den Namen Christophorus.
Als einer der Vierzehn Nothelfer genießt Christophorus auch heute noch große Verehrung. In einem alten Gebet heißt es:  
»Kaiser Decius seine Wuth
Ausüben wollt’ an Christenblut;
Mit siedend Blei hat übergossen,
Scharfe Pfeil auf ihn geschossen,
Donner, Pest und Feuersbrunst,
Sanct Christoph, wend ab von uns!«
Und auf seinen Schutz vor einem plötzlichen Tod verläßt sich nicht zuletzt der Autofahrer, der eine Christophorus-Plakette am Armaturenbrett seinesWagens hat.

Darstellung: als Riese

Attribute: (dürrer oder grünender) Baumstamm, Jesuskind auf den Schultern, mit dem er durch ein Gewässer watet

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

 
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Jan Grzeszewski

Pfarrer, Leiter der Seelsorgeeinheit St. Blasien

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